Helfen lernen und Leben retten! Unter diesem Motto nahmen die Klassen 3B und 4B der Mittelschule Graz-Straßgang anlässlich des Welttags der Wiederbelebung an der Veranstaltung „Kids Save Lives“ am Schöckl teil.
Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, wichtige lebensrettende Sofortmaßnahmen kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Im Mittelpunkt standen die Grundlagen der Wiederbelebung und das richtige Verhalten in einer Notfallsituation.
Ein besonderes Highlight war die beeindruckende Schauübung einer Paragleiterrettung mit anschließender Reanimation. Dabei konnten unsere Schülerinnen und Schüler hautnah miterleben, wie wichtig das rasche Handeln und die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Rettungsorganisationen sind.
Ein spannender, lehrreicher und unvergesslicher Tag, der unseren Jugendlichen gezeigt hat: Jede und jeder kann im Ernstfall helfen und Leben retten!
Ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Rettungsorganisationen für diese wertvolle Erfahrung!
Wir haben mit Prof. Jannis Staud, BEd MEd, stellvertretendem Direktor unserer Schule und stellvertretendem Landesausbildungsleiter der Bergrettung Steiermark, über die Bedeutung der Ersten Hilfe, das Engagement junger Menschen und die Verbindung zwischen Schule und Rettungswesen gesprochen.
Herr Prof. Staud, warum ist es so wichtig, dass bereits Kinder und Jugendliche die Wiederbelebung erlernen?
Prof. Staud: „Weil im Ernstfall jede Sekunde zählt! Erste Hilfe ist keine Frage des Alters. Auch Kinder und Jugendliche können erkennen, wenn ein Mensch Hilfe benötigt, den Notruf absetzen und mit einfachen Maßnahmen Leben retten. Je früher wir damit beginnen, diese Fähigkeiten zu vermitteln, desto selbstverständlicher wird es, Verantwortung zu übernehmen und anderen zu helfen. Mir ist besonders wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler erkennen: Man muss kein Profi sein, um etwas bewirken zu können.“
Was sollen unsere Schülerinnen und Schüler vom „Kids Save Lives“-Training besonders mitnehmen?
Prof. Staud: „Vor allem das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Viele Menschen haben Angst, in einer Notfallsituation etwas falsch zu machen. Durch das praktische Üben lernen unsere Jugendlichen, dass sie selbst aktiv werden können. Hilfe holen, den Notruf wählen und bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand mit der Herzdruckmassage beginnen – das sind entscheidende Schritte. Wenn unsere Schülerinnen und Schüler nach diesem Tag sagen können: ,Ich traue mich zu helfen!‘, dann haben wir bereits sehr viel erreicht.“
Sie sind nicht nur stellvertretender Direktor unserer Schule, sondern auch stellvertretender Landesausbildungsleiter der Bergrettung. Wie lassen sich diese beiden Aufgaben miteinander verbinden?
Prof. Staud: „Für mich ergänzen sich diese beiden Aufgaben hervorragend. Sowohl in der Schule als auch bei der Bergrettung stehen der Mensch, die Verantwortung und das gemeinsame Lernen im Mittelpunkt. In der Bergrettung erleben wir immer wieder, wie wichtig Teamarbeit, eine gute Ausbildung und rasche Entscheidungen sind. Genau diese Werte möchte ich auch unseren Schülerinnen und Schülern vermitteln. Schule bedeutet für mich nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch, junge Menschen auf das Leben vorzubereiten. Dazu gehört ganz wesentlich, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.“
Ein besonderes Highlight war die Schauübung einer Paragleiterrettung mit anschließender Reanimation. Was können Jugendliche aus einer solchen Übung lernen?
Prof. Staud: „Solche realitätsnahen Übungen machen sichtbar, wie komplex ein Rettungseinsatz sein kann und wie wichtig das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzorganisationen ist. Gleichzeitig zeigen sie, dass jede Rettungskette mit dem ersten Schritt beginnt – nämlich damit, dass jemand eine Notlage erkennt und handelt. Unsere Schülerinnen und Schüler konnten hautnah erleben, wie professionell und engagiert die Einsatzkräfte zusammenarbeiten. Das ist nicht nur spannend, sondern vermittelt auch wichtige Werte wie Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein.“
Was möchten Sie jungen Menschen mitgeben, die in einer Notfallsituation helfen möchten, aber Angst haben, etwas falsch zu machen?
Prof. Staud: „Mein wichtigster Rat lautet: Schaut nicht weg, sondern werdet aktiv! Achtet dabei auf eure eigene Sicherheit, holt Hilfe und setzt einen Notruf ab. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leitstelle unterstützen euch und geben klare Anweisungen. Niemand erwartet, dass ihr alles perfekt macht. Entscheidend ist, dass ihr den Mut habt, Verantwortung zu übernehmen. Denn eines ist sicher: Wer hilft, kann den entscheidenden Unterschied machen.“
Abschließend: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Prof. Staud: „Ich wünsche mir, dass Erste Hilfe und Wiederbelebung für junge Menschen genauso selbstverständlich werden wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Wenn wir es schaffen, dass unsere Schülerinnen und Schüler mit Wissen, Selbstvertrauen und Zivilcourage durchs Leben gehen, haben wir als Schule einen wichtigen Beitrag geleistet. Vielleicht entdeckt dabei auch die eine oder der andere die Begeisterung für das Ehrenamt. Denn unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die bereit sind, füreinander da zu sein.“







